Sachtler Videoköpfe

Meine Erfahrungen

Seit ich mit der Fotografie begann habe ich natürlich wie jeder andere auch tausend Sachen gekauft...und wieder verkauft. Aber kein Thema hat mich so nachhaltig beschäftigt, wie das richtige Stativ. In diesem Blogartikel möchte ich auf meine Erfahrungen insbesondere mit Sachtlerköpfen eingehen.


Angefangen hab ich wie wohl viele erstmal mit einem kleinen gut tragbaren Stativ und einem Kugelkopf. Beides von Gitzo. Übrigens hab ich bei jedem Stativ welches ich kaufte, gedacht, dass dieses jetzt auch für immer bei mir bleibe.

 


Mein erstes Statv
Mein erstes Statv

Ich konnte damals noch nicht ahnen, wieviele andere Stative ich noch kaufen werde...hätte ich das gekonnt, hätte ich die Fotografie vielleicht gleich an den Nagel gehängt.

 

Ziemlich schnell nachdem ich alles mögliche mit der Kamera probierte, entdeckte ich meine Leidenschaft für die Naturfotografie. Zuerst ein 300er 2.8 und später ein 500er 4.0 erforderten andere "Unterbauten" wie die Naturfotografen die Kopf-Stativkombi gern nennen.e

 

Mittelsäule und vor allem Kugelköpfe sind für so schwere Optiken einfach ungeeignet. Also musste es ein Videoneiger sein.

 

Manfrotto 503
Manfrotto 503
Manfrotto 504
Manfrotto 504

Die vorläufige Lösung all meiner Probleme fand ich dann bei Sachtler in Form des FSB 8. Ein Videokopf mit einer 74mm Kugelaufnahme um ihn überall schnell zu nivellieren.

Dieser Kopf bot Counterbalance satt und hatte überhaupt kein Problem mit dem Gewicht meiner Kamerakombi. Außerdem hat man 5 Dämpfungsstufen in jede Richtung, die auch sanfte Schwenks ermöglichen.

Auch dafür brauchte ich wieder ein größeres Gitzo nämlich das nicht mehr gebaute aber sehr gute 4330LS.

Eine wirklich perfekte Kombination, die es mir sogar ermöglichte das gesamte Paket aus Stativ und Kamera durch die Gegend zu tragen.

Mein erster Videokopf war ein Manfrotto 503, der mich aber leider überhaupt nicht überzeugen konnte und mich nach kurzer Zeit für einen 504 HD verließ.

 

Der Kopf war einfach komplett mit dem Gewicht überfordert. Leider war dies auch der 504 HD.

Videoköpfe haben verschieden Dämpfungseinstellungen in horizontaler und vertikaler Schwenkrichtung.

 

Außerdem haben sie eine Counterbalance-Einstellung mit der man den Kopf auf verschiedene Kamerasetups einstellen kann. Ziel des Ganzen ist es die Kamera daran zu hindern nach vorn oder hinten abzusacken bzw. sie in jeder Position stabil zu halten.

Der 504 HD hatte eine zu schwache Counterbalance-Einstellung dafür und war deswegen auch eher ungeeignet. Für weniger schwere Objektive kann ich diesen Kopf aber empfehlen, weil Preis und Leistung einfach stimmen und die Verarbeitung echt gut ist.

 

Auch mein Mittelsäulen-Gitzo hatte ich inzwischen gegen ein alteres Gitzo Systematic der Serie 3 eingetauscht.


Auch von den Gitzo Stativen hab ich mich getrennt, weil sie meiner Meinung nach nur für 75mm Köpfe gedacht sind. 100mm sehen schon sehr kopflastig auf einem Gitzo aus. Videostative verwinden außerdem weniger und brauchen keine Adapterschalen.

Der Video 20 ist ein wirklich starker Kopf. Auch in der deutlich älteren IIIer Version, welche mir zur Verfügung stand. Der aktuelle Video 20 S1 ist evtl. etwas leichter und hat ein moderneres Design und nützliche Features wie eine beleuchtete Blase um den Kopf auch im Dunkeln zu nivellieren.

Aber bei mir war der Ehrgeiz geweckt und ich wollte auf jeden Fall das Maximum haben. Einen Videokopf mit einer 150mm Basis...das ist doppelt so groß wie ein FSB 8 und da versprach ich mir einfach auch ein ordentliches Plus an Stabilität...und wurde nicht enttäuscht.

Der Video 25 Plus ist eigentlich der einzige 150er Kopf, der noch zu tragen ist. Bei einer günstigen Gelegenheit griff ich zu und glaube jetzt bei der Endlösung angelangt zu sein.

Vielleicht nochmal irgendwann ein Carbonstativ, aber das muss erstmal nicht.

 

Ich hoffe, dass diese meine Geschichte für einige interessant ist und würde mich über Fragen freuen:-)

Eigentlich wäre ich von hier an zufrieden gewesen...aber dann änderte sich ziemlich plötzlich mein Schwerpunkt. Ich hatte keinen Spaß mehr daran nur noch Aufgüsse zu produzieren und fand eine neue Herausforderung im Naturfilm. Im Gegensatz zur Naturfotografie lange nicht so erschlagen und man konnte wirklich noch "neue" und frische Sachen kreieren.

Allerdings erfordert möglichst wackelfreies Filmen mit diesen extremen Brennweiten ein absolutes Maximum an Stabilität.

Der FSB 8 ist auch grundsätzlich dafür geeignet, aber Sachtler hat nicht umsonst auch 100mm und 150mm Köpfe im Angebot.

Über einen Freund konnte ich übergangsweise einen Video 18 und einen Video 20 testen. Die stärksten Köpfe von Sachtler im 100mm Segment.


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Kommentare: 1
  • #1

    Alouette (Sonntag, 23 Oktober 2016 11:56)

    Hallo Stephan

    Deine Wildlife-Filme und der Werdegang dahin beeindrucken mich wirklich sehr! Ich danke Dir nochmals ganz herzlich für all die wertvollen Tips, die ich von Dir über YouTubec.com und dslr-forum.de erfahren durfte.

    Den einzigen Sachtler-Kopf, der für Dich vielleicht noch Sinn machen könnte, wäre der Cine 30. So viel schwerer als der 25P ist er auch wieder nicht ;-)

    Für Dich spielt das Gewicht zwar eine Rolle, Du trägst Deine Ausrüstung aber wahrscheinlich hauptsächlich nur im "Flachland" umher. Jemand, der in den Alpen sehr scheue Gämsen auf Deine Art filmen möchte, muss das Gewicht noch stärker im Auge behalten. Bei einem schweren Unterbau und vielen Höhenmeter macht die Schlepperei definitiv keine Freude mehr. Für solche Anwendungen bräuchte es eine wesentlich leichtere und handlichere Ausrüstung, die aber auch zwingend einige Kompromisse bei der Stabilität und Flexibilität bedeutet. Selbst ein 5er Gitzo Carbonstativ (3kg) und einen der leichteren (3kg) 100mm-Sachtler-Köpfe (DV 10, 12 SB, FSB10 oder ein älterer Video 18) sind hierfür gewichtsmässig bereits an der oberen Grenze. Denn daneben kommt ja noch die eigentliche Fotoausrüstung sowie Zubehör, die zusammen mit dem Rucksack nochmals mind. 12kg auf die Waage bringen. Zusammen mit einem stabilen Unterbau ist man dann schnell auf 18kg und mehr.

    Ich wünsche Dir viel Freude und Erfolg bei Deiner Leidenschaft, und, dass Du eines Tages mit Deinen Filmen noch viel mehr Menschen erreichst.

    Alles Gute und vielleicht ein anderes Mal wieder.

    vg
    Alouette